LinkedIn Ads Tipps: 16 unbekannte Kniffe, die du kennen must

Suchst du nach Möglichkeiten, um deine LinkedIn Ads auf nächstes Level zu bringen? Hier erfährst du, wie’s geht.

Tipp #1: Zielgruppen mithilfe von ChatGPT erstellen

Ich habe bereits unzählige Zielgruppen erstellt und deren Performance mithilfe von Zielgruppen-Tests auf Herz und Nieren überprüft. Dabei ließ sich stets ein bestimmtes Muster beobachten: Mithilfe von ChatGPT erstellte Zielgruppen outperformen andere und können regelrechten boomen.

Warum? Dank ChatGPT kannst du Jobtitel und Kenntnisse finden, die du sonst nicht finden würdest. Und welche deine Mitbewerber nicht getargetet haben. Wettbewerb und Sättigung werden geringer. Dies erhöht die Engagement-Rate und damit auch die Ad Ranks, wodurch die CPM und letztlich auch die gewünschten Events günstiger werden.

Die Zielgruppe lässt sich entweder über Jobtitel oder über die Tätigkeitsbereiche definieren. ChatGPT kann beides generieren.

Die Verknüpfung über Kenntnisse macht den größten Unterschied aus. ChatGPT-generierte Jobtiteln unterscheiden sich allein geringfügig von den manuell gesuchten. Darum empfehle ich dir die Kombination Jobtiteln + Kenntnisse. Falls die Audience zu klein wird, erweitere die Verknüpfung um allgemeine Kenntnisse.

Gib möglichst viele Jobtiteln und Kenntnisse ein, achte aber darauf auf ihre Relevanz. Viele hochrelevante Segmente performen besser als einige wenige unspezifische. Die optimale Anzahl der Jobtitels und Kenntnissen ist 90 (10 für die Exclusions frei lassen).

Hier die ChatGPT-Prompts:

LinkedIn Ads Jobbezeichnungen:

Kontext: Handle als Marketing Spezialist für LinkedIn Ads. Generiere LinkedIn-Jobbezeichungen, die dem idealen Kundenprofil eines Unternehmens mit folgenden Parametern entsprechen:

- Bekannte passende Jobbezeichnungen:
- Zielbranchen: 
- Unternehmensgröße: 
- Gewünschte Karrierestufen: 
- Die Probleme der Zielgruppe: 
- Zielzustand der Zielgruppe:
- Unsere Lösung: 
- Beispiele für perfekte Zielkunden: 

Aufgabe: Generiere eine Bulletpoint-Liste mit 100 LinkedIn-Jobbezeichnungen, die eng miteinander verbunden und maximal 4 Wörter lang sind. Diese müssen aus der Kundenperspektive heraus formuliert sein.

LinkedIn Ads Kenntnisse:

Kontext: Handle als Marketing Spezialist für LinkedIn Ads. Generiere LinkedIn-Kenntnisse, die das ideale Kundenprofil eines Unternehmens mit folgenden Parametern reflektieren:

- Bekannte passende Kenntnisse:
- Zielbranchen: 
- Unternehmensgröße: 
- Gewünschte Karrierestufen: 
- Die Probleme der Zielgruppe: 
- Zielzustand der Zielgruppe:
- Unsere Lösung: 
- Beispiele für perfekte Zielkunden: 

Aufgabe: Generiere eine Bulletpoint Liste mit 100 LinkedIn-Kenntnissen, die eng miteinander verbunden und maximal 3 Wörter lang sind. Generiere keine Jobbezeichnungen.

LinkedIn Ads Tätigkeitsbereiche:

Kontext: Handle als ein Marketing Spezialist für LinkedIn Ads. Generiere 7 LinkedIn Tätigkeitsbereiche, die die ideale Kundenpersönlichkeit eines Unternehmens mit folgenden Parametern reflektieren:

- Bekannte passende Jobbezeichnungen:
- Bekannte passende Kenntnisse:
- Zielbranchen: 
- Unternehmensgröße: 
- Gewünschte Karrierestufen: 
- Die Probleme der Zielgruppe: 
- Zielzustand der Zielgruppe:
- Unsere Lösung: 
- Beispiele für perfekte Zielkunden: 

Aufgabe: Generiere eine Bulletpoint Liste mit 7 LinkedIn Tätigkeitsbereichen. Generiere keine Kenntnisse oder Jobbezeichnungen.

Mit den richtigen Eingabedaten wird ChatGPT recht gute Outputs generieren.

Die KI-Empfehlungen nutzen: Wähle aus den ChatGPT Vorschlägen die passenden. Entweder tust du das als Exact Match oder äquivalent. Bearbeite und verkürze die Texte. Damit wirst du häufig neue Ergebnisse finden.

ChatGPT findest du über Google oder einfach über diesen Link.

Ziehe auch aus den LinkedIn-Empfehlungen den Nutzen und füge sie dem Targeting hinzu. Diese werden nach Hinzufügen von Jobtiteln und Kenntnissen angezeigt. Manche davon passen in dein Targeting und können zu guten Performance beitragen. Also: Man nutzt ChatGPT-Empfehlungen und anschließend die darauf basierenden LinkedIn-Empfehlungen.

Tipp #2: Manuelles CPC Bidding benutzen

Die goldene Regel bei LinkedIn Ads lautet: Verwende NICHT automatisierte Gebote! Die LinkedIn Auto-Bids sind wahnsinnig hoch und machen deine generierten Klicks mega teuer. Der einzige, der davon profitiert, ist Microsoft.

Greife stattdessen auf manuelle Gebote zurück. Die manuelle Gebotsverwaltung führt zu billigeren Klicks. Aktiviere auch die Gebotsanpassung für relevante Klicks.

Beispiel: LinkedIn empfiehlt ein Gebot von 14,54 € pro Klick. Mindestens 9,40 € und maximal 30,42€, somit würden LinkedIn Ads je Klick 14,54 € kosten.

Allerdings biete ich tatsächlich nur 3,20 €, wobei der Kunde letztlich 3,91 € pro Klick zahlt.

Dank manuellem Gebot kosten Klicks also etwa ein Viertel des Preises automatischer Gebote. Für das gleiche Budget bekomme ich also 4x mehr Klicks.

*Hinweis: LinkedIn behauptet ab und zu, die Klicks würden durch automatisierte Gebote billiger, was aber fast nie der Fall ist.

101 Guide für dein erfolgreiches CPC Management:

  • Das Startgebot solltest du etwa 30-40% unter dem von LinkedIn Ads empfohlenen Mindestgebot festlegen
  • Falls dein Tagesbudget in letzten 1–2 Tagen nicht ausgeschöpft wurde, solltest du dein Gebot um 0,30-0,50 € erhöhen. Wird hingegen zu früh zu viel Budget ausgegeben, solltest du es um 0,30-0,50 € reduzieren. Davon solltest du nur in Ausnahmefällen abweichen. 
  • Signifikante Änderungen solltest du nur in seltenen Fällen vornehmen. Beispiel: Wird nach dem Kampagnenstart das Budget extrem schnell/ineffizient ausgegeben, sind Änderungen je Gebot um 1€ jeden Tag zulässig.
  • Wird unverhältnismäßig viel vom Budget vormittags ausgegeben, solltest du das Gebot reduzieren (obwohl Ausgaben passen). Durch die Gebotssenkung erfolgen die Klicks abends und werden damit günstiger.
  • Nachdem von „Even Rotation“ zu „Leistung verbessern“ umgeschaltet wird, sollte auch das Angebot wahrscheinlich reduziert werden.
  • Im Falle einer signifikanten Änderung des Tagesbudgets ändere das Gebot um 0,10 € je Klick.

Tipp #3: Retargeting + LinkedIn Audience Netzwerk + Premium Publisher Liste = mächtige Kombination

Das LinkedIn Audience Netzwerk steht häufig in der Kritik wegen klickauslösender Bots, intransparentem Reporting und aufgrund der Tatsache, dass die User nicht im Arbeitsmodus und damit weniger empfänglich für die Botschaft sind.

Wenn es aber richtig eingesetzt wird, kann LAN zusätzliche positive Effekte generieren – wie mehr Besucher und Traffic-Qualität, Omnichannel-Präsenz, und Sichtbarkeit auf Top-Publishern. Die härtesten B2B-Conversions können günstiger werden.

Aus diesem Grund empfehlen viele LinkedIn Ads Expert*innen, wie z.B. Joshua Stout, das LinkedIn Audience Netzwerk ausschließlich zum Zwecke des Retargetings einzusetzen, niemals jedoch für Cold Kampagnen.

Das LinkedIn Audience Network lässt sich effektiv mit Retargeting und einer Premium Inclusion Liste der Top Publisher kombinieren.

Über das LinkedIn Audience Network und die Publisher Liste habe ich eine Fallstudie veröffentlicht.

Tipp #4: Retargeting Nurturing so früh wie möglich dazuschalten

Nurturing der RTG Audiences mit Inhalten boostet die Klickrate und Engagement-Rate, generiert billige(re) Klicks und auch die Website-Mikroconversions sind billiger. Siehe den Screenshot anbei:

  • CPC -28%
  • CTR +0,64%
  • Engagement-Rate +1,04%
  • Es kann sogar Pageviews für 4-8 € bringen, während ein LinkedIn Ads Pageview üblicherweise 30-40 € kostet! Das nennt man Traffic-Qualität! 😳🔥

RTG-Nurturing ist einfach ein Muss. Es lohnt sich also, einen Teil deines Budgets hier zu allokieren. Das erhöht die Gesamteffektivität der Kommunikation.

Targeting: Single Image Ad Engagers, Website-Besucher, Video Viewers, Unternehmensseiten-Besucher, Leadform Openers, Leadform Converters – in 180 Tagen. Für Democall-Kampagne sind 60 Tage empfehlenswert.

Mit welchen Inhalten kommunizieren? 50% Awareness Content (implizite Produktvorstellung) + 50% Sales Content (Testimonials, Fallstudien, Lower Funnel Infos). Meiner Erfahrung nach sind Awareness-Inhalte hochperformant.

Democalls und Terminbuchungen sind mega wichtig, jedoch sollte es nicht die einzige Kommunikation auf die RTG Audiences sein. Stelle dir vor, wie sich der durchschnittliche User fühlt: er klickt nur auf „Mehr anzeigen“ und jetzt sieht monatelang hard-salesy Ads. Für 99% in der 99% Zeit ist es nicht relevant und kann manchmal aufdringlich wirken.

Wann starten: Ab 1500 User*innen in einer Retargeting Kampagne mit Exclusions (nicht in Audiences) ist diese Maßnahme sinnvoll, da eine kleinere Zielgruppe nicht effektiv und eine wesentlich größere Potenzialverschwendung wäre.

Ein aktiviertes LinkedIn Audience Netzwerk mit Premium Inclusion Liste ist im Retargeting empfehlenswert, weil es billigere Sessions und Microconversions generiert.

Tipp #5: Ad Recycling – die besten Ads wiederverwenden

Ganz wichtig: Gute Ads sind wertvolle Assets. Darum solltest du diese Ads nicht so leicht aussortieren. Ads, die in der Vergangenheit ausgezeichnet performt haben, solltest du folglich nach gegebener Zeit wieder einsetzen. Ad Recycling steigert die Leistung und spart dir wertvolle Ressourcen.

Mitunter kann eine Ad temporär schlecht performen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie grundsätzlich schlecht ist. Die Ad erreichte in bestimmten Zeitraum hohe Frequency.

Die Menschen erinnern sich nicht an Artikel, die sie vor 3-4 Tagen gelesen haben. Darum ist es okay, eine ältere Ad wiederzuverwenden.

Aktion: Erstelle einen sich wiederholenden Ad Recycling-Task, der jede 5 Monate auftaucht. Überprüfe alle Ads aus den letzten 5 Monaten, exkludiere aktive Anzeigen der letzten zwei Monate, und recycle die besten aus 3 – 5 Monaten.

Auf diese Weise könntest du zwischen 5 bis 8 oder sogar 12 Ads wiederverwenden. Das ist schon etwas.

Für den nächsten Zyklus nimmst du dir die letzten 7–3 Monate vor, einschließlich der ausgelassenen zwei Monate des ersten Recycling-Zyklusses. Sollte das Ad Recycling in deinem Ad Account nie durchgeführt worden sein, kann für den ersten Zyklus die gesamte Zeit überprüft werden.

Meine Empfehlung ist: Max. 50% recycelte (und mind. 50% neue) Ads in eine neue Testkampagne aufzunehmen.

Tipp #6: Leadgen Exclusions anhand der Success Rate, statt nach VCR oder Öffnungsrate

Nach einiger Zeit der Lead Generation bietet es sich an, leistungsschwache Segmente auszuschließen. Es ist tricky.

Exkludierst du Segmente mit niedriger Öffnungsrate, kannst du damit Segment mit guter Leadform Conversion Rate mitentfernen (und umgekehrt – falls die Öffnungsrate hoch ist, aber die Leadforms niedrig).

Die Lösung: Success Rate berechnen = Opening Rate x Rate ausgefüllter Lead-Formulare. Dadurch bekommst du eine objektive Sicht und erfährst, welche Segmente nicht performen.

Kopiere die demografischen Daten in eine Excel-Tabelle und berechne dort die durchschnittliche Success Rate, welche beide Kennzahlen berücksichtigt.

Tipp #7: Ergebnisse auch anhand anderer Quellen auswerten

Manchmal sind die Ergebnisse uneindeutig, aber du musst dennoch eine Entscheidung treffen. In solchen Fällen empfehle ich dir, andere “Informationsquellen” zu nutzen.

Beispiel 1: Beratung bewerben

Eine Werbeagentur bietet eine Kampagnenbetreuung in eigener Regie und als Beratung an und möchte den Fokus auf Betreuung legen. Betreuung wurde seit 3-4 Wochen durch LinkedIn Ads und Google Ads mit beträchtlichem Budget beworben. Jedoch erfolgen zu wenige Terminbuchung-Conversions für eine zuverlässige Entscheidungsfindung. Wie entscheidet man also, ob sich diese Aktivität lohnt?

Antwort: Erstgespräche als weitere Informationsquelle hinzuziehen: Sind die Interessenten vermehrt an einer Beratung interessiert? Wird explizit danach gefragt, oder erfolgt der Vorschlag direkt?

Ist das nicht der Fall, dann macht es keinen Sinn, die Beratung hart zu pushen. Stattdessen kann sie im Rahmen der Hauptkampagne beiläufig kommuniziert werden.

Beispiel 2: Zwei vergleichbare Kampagnen, welche performt besser?

Zwei Kampagnen – sagen wir, als Single Image und Video Website-Klicks – weisen vergleichbare CPC, CTR und Engagement-Raten auf. Welche Kampagne ist am Zielführendsten und welche sollte mehr Budget erhalten?

Antwort: Die, die billigere Pageviews generiert. Du kannst die Pageviews mitmessen und diese bei den Website-Klicks Kampagnen hinterlegen. Damit siehst du, welche Kampagne eine höhere Traffic-Qualität generiert.

Tipp #8: Konzerne oberhalb von 10.000 Mitarbeitern nur ins Targeting einbeziehen, wenn es deine #1 Zielgruppe ist

LinkedIn Ads Demographics - Konzerne bekommen zu viel Budget
LinkedIn Ads Demographics: Konzerne verbrauchen unangemessen viel Budget

Ich empfehle dir, gut zu überlegen, ob du die Konzern- bzw. die Unternehmensmitarbeiter*innen ab Größe von zehntausend Mitarbeitern zunächst auslässt, und zwar aus zwei Gründen:

Geringe Akquise-Wahrscheinlichkeit:

Konzern- und Großkonzern-Kund*innen können anfänglich ein zu schwieriges Ziel sein. Sie zu gewinnen ist schwierig, die Erstgespräche sind recht teuer, der Ausschreibungsprozess und Auswahlprozess fällt lang und kompliziert aus und der Wettbewerb hart und heftig.

Das bedeutet: Besitzt der Werbetreibende derzeit keine Fähigkeit, kleinere Kund*innen durch LinkedIn Ads zu akquirieren, ist die Chance, ein Konzern als Kunden zu gewinnen, umso geringer.

Hoher Budgetverbrauch:

Oft verbrauchen die 10K+ Konzerne 30-40% des Budgets und das Targeting ist generell bei großen Unternehmensgrößen teurer.

D. h. Unternehmen mit geringen Akquisitionschancen erhalten einen erheblichen Budgetanteil.

Zuerst Akquise-Skills aufbauen

Meine Empfehlung lautet: Zunächst an kleineren Unternehmen die Fähigkeit aufbauen, durch LinkedIn Ads kleinere Kund*innen akquirieren zu können. 

Also, zuerst den Funnel durch alle Phasen hindurch aufbauen. Dann kannst du regelmäßig Webinare veranstalten und Erstgespräche und Kund*innen regelmäßig generieren. Und erst danach die 10K+ targeten.

Wann Großkonzerne einbezogen werden sollten

Natürlich macht es in vielen Fällen durchaus Sinn, Konzerne ab zehntausend Mitarbeiter*innen von Anfang an reinzunehmen:

  • Falls es die wichtigste Zielgruppe ist (falls die einzige relevante Zielgruppe konzernspezifisch zu finden ist)
  • Falls der Werbetreibende bereits bei dieser Zielgruppe etabliert und bekannt ist
  • Falls deine Akquise-Skills, Konzerne durch andere Kanäle zu akquirieren, bereits vorhanden sein sollten

E-Comm Webentwickler*innen, Finanzdienstleistungen für institutionelle Investoren oder Automotive Testing Software können Konzerne von Anfang an ins Targeting einbeziehen. Fraglich ist es z.B. bei Consulting, Buchhaltung-Digitalisierung und anderen.

Zweiter Funnel ab zehntausend MA

Ein zweiter Funnel ab 10.000 bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Kampagnen, die bereits Kund*innen akquirieren, werden nicht beeinflusst
  • Das Budget kann kontrolliert werden
  • Ergebnisse können separat und genau ausgewertet werden
  • Ads können direkt auf diese anspruchsvolle Zielgruppe angepasst werden

Tipp #9: Kleine Cold-Zielgruppen performen gut nur kurzfristig

LinkedIn Ads sinkende Performance
Top-Performers Audience: Anfangs waren die Ergebnisse noch gut, die Leistung hat jedoch schnell nachgelassen

Meine Erfahrung lautet: Kleine Zielgruppen performen oft nur kurzzeitig. Beispiel: Ein Account mit knapp 400 Leads in den letzten Monaten – ich hatte die besten Jobtitels, Branchen, Standorte usw. inkludiert und die schlechtesten exkludiert. Die Zielgruppe umfasste insgesamt 9.500 User*innen.

Kurzfristig können solche Top-Performers tolle Preise erzielen, langfristig jedoch nicht, da die Ad Fatigue schnell einsetzt. In solchen Fällen steigt die Frequenz und der CPL wird in die Höhe schießen.

Konklusion: Cold Audiences unter 15.000 User sind zu klein und nur für den kurzfristigen Gebrauch geeignet. Ich empfehle dir deshalb eine Größe ab 20.000 User*innen. Am besten du startest mit einer breiteren Zielgruppe und exkludiereerst im weiteren Verlauflangfristig unpassende Segmente.

Bei Retargeting empfehle ich dir, immer die Even Rotation aktiviert zu lassen.

Tipp #10: Retargeting auf Even Rotation laufen lassen

Für eine pure Retargeting Kampagne empfehle ich dir, die “Even Rotation” immer aktiviert zu lassen. Wir haben das viele Male getestet: ein gleichmäßiger Anzeigenturnus hat die besten Resultate hervorgebracht.

Durch die Even Rotation wird jede Ad gleichmäßig in die Auktion aufgenommen. Gebote werden gleichmäßig aufgeteilt (keine Impressions). Die Performance der Ads wird dabei nicht berücksichtigt.

Retargeting Zielgruppen sind schnell gesättigt, wodurch die Ad Fatigue einsetzt. Zudem pusht “Leistung verbessern” auf ewig nur ein paar Ads.

Die Even Rotation wirkt dem entgegen und ist gleichzeitig ein Awareness Nurturing-Element, denn es werden unterschiedliche Inhalte oder verschiedene Blickwinkel des Angebots kommuniziert.

Zudem solltest du Ads regelmäßig ausmisten und zuschalten: Füge alle zwei  Wochen zwei neue Ads hinzu. Deaktiviere langfristig teure Ads. Die empfohlene maximale Anzahl der Ads beträgt 10 – 14.

Offiziele Guideline: LinkedIn ad rotation

Tipp #11: Bis zu drei Wochen Geduld für eine gute Ad Performance einplanen

LinkedIn Ads sind ein langsamer ins Rollen kommendes Werbesystem und die Kalibrierung des Algos dauert länger.

Website-Klicks Kampagnen erzielen oft ab dem Ende der zweiten Woche eine gute Performance und Lead-Generation Kampagnen können erst in der dritten Woche effiziente CPLs erzielen.

Nicht vergessen: Even Rotation für die ersten 7 Tage aktivieren.

Tipp #12: CH+AT verbrauchen überproportional viel Budget = nur die Kantone und Bundesländer mit dem höchsten wirtschaftlichen Potential targeten

Oft verbrauchen die Länder Schweiz und Österreich einen unverhältnismäßig hohen Budgetanteil.

Für ganz Deutschland, wo die Anzahl der potenziellen Kund*innen wesentlich höher ist, bleibt ein unangemessen geringer Budgetanteil übrig. Allerdings sollten Österreich und die Schweiz dennoch nicht exkludiert werden, weil sich auch dort potenzielle Kund*innen befinden.

Die Lösung: Nicht die ganze Schweiz und ganz Österreich targeten, sondern nur die Kantone und Bundesländer mit dem höchsten wirtschaftlichen Potential. Suche also auf Wikipedia die mit höchsten BIP heraus und targete nur diese. Die Impressions und das Budget für diese beiden Länder werden damit reduziert, doch zugleich bleibt deren wirtschaftliches Potenzial erhalten.

Füge die Kantone und Bundesländer mit absolut und p.P. höchsten BIP hinzu (inkl. der Stadt Basel)!

Wikipedia CH+AT nach GDP/GRP:

Tipp #13: Predictive Audience benutzen

Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Predictive Audiences können, sofern genügend aussagekräftige Daten vorliegen, kostengünstigere Preise pro Lead und Klick erzielen als die Standard-Zielgruppen. Dies kann zugleich als Push-Faktor für andere Kampagnen dienen.

Darum empfehle ich dir, die Predictive Audiences auszutesten, nachdem 300 Leads bzw. Conversions gesammelt werden.

Beschränke die Predictive Audience mit Branchen und Tätigkeitsbereiche/Jahre der Erfahrung. Dann bringt es grossartige Ergebnisse in 100% Qualität. Ein völlig algorithmisches Targeting ist für LinkedIn Ads nicht gerechtfertigt.

Info: Lookalike Audiences sind etwas anderes als Predictive erreichen in der Regel nicht die gewünschte Performance.

Offizielle Guidelines: LinkedIn Predictive Audiences

Tipp #14: Leadmagnet Headlines vortesten

Die Headline ist das entscheidende Element, das verkauft. Der Erfolg des gesamten Verfahrens hängt von ihr ab. 

Die Marketingbranche fokussiert sich auf Headlines. In Werbesystemen testet man deshalb mehrere Headlines durch. E-Mail-Marketers führen zu diesem Zweck spezielle A/B-Performancetests durch und auch Redakteure investieren in sie viel Zeit.

Bei Leadmagneten gilt das Gleiche: Die Headline ist das entscheidende Element, das die ‘Reading-Rate’ stark beeinflusst.

Ist der Titel eines PDFs langweilig, wird der Inhalt nicht gelesen. Ist der Titel jedoch spannend, wird das PDF an Leserschaft gewinnen. Das Lesen kann zwar nicht getracket werden, jedoch kann die Headline kann vortestet und in das finale PDF die mit der besten CTR als PDF-Headline eingesetzt werden.

Darum empfehle ich dir, die Headlines der Leadmagneten mit einer Kampagne vorzutesten, um die Reading-Rate zu steigern.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • 4 Leadgen Ads mit unterschiedlichen Headlines in der Leadgen Kampagne schalten und auf Even Rotation für eine Woche laufen lassen
  • Google Demand Gen benutzen und Headlines in separaten Kampagnen testen

Tipp #15: Eigene Spaltenansicht einrichten

Eine eigene Spaltenansicht gibt dir eine individuelle Ansicht mit Metriken, die du selbst auswählst. LinkedIn hat seine vordefinierten Spaltenansichten wie z.B. Performance, Engagement, Budget und Gebot. Du kannst dir einen eigenen View bauen.

Warum es sich lohnt: So hast du alle wichtigen Kennzahlen gleich in einer Zeile und nebeneinander in einem View. Du musst dich nicht zwischen mehreren Ansichten durchklicken. Somit kannst du dich besser auf die wirklich relevanten Zahlen konzentrieren und über sie nachdenken. Das führt zu einer Leistungssteigerung und ermöglicht es dir, bessere Entscheidungen zu treffen.

Eigene Spaltenansicht einrichten: Spalten ➔ Spalten anpassen ➔ eigene erstellte Spalten  ➔ Neue hinzufügen ➔ Benennen ➔ Metriken auswählen. (Beispielansicht erstellen)

Ich empfehle dir besonders den Daily Check:

  • Daily Check: Aus/Ein. Status. Wichtige Ergebnisse. Kosten pro Ergebnis. Tagesausgaben. Tagesbudget. Ausgaben. Gebot. Conversions. Kosten pro Conv. Conv. Rate. Durchschn. CPC. Durchschn. CTR. Klicks. Klicks auf die LP. Engagement-Rate. Leads. CPL. Rate ausgefüllter Lead-Formulare. Impressions. CPM. Reichweite. Frequency. Kosten pro 1.000 Uniques. Rate vollständiger Ansichten.

Tipp #16: Für Website Mikro-Conversions die Conversiontypen „Kaufen“ oder „In den Warenkorb“ benutzen

Geheimnis Alert: LinkedIn Ads deduplizieren die Website Conversions. Pro User*in wird maximal eine Conversion gemessen, selbst wenn derselbe/dieselbe User*n während des Zeitraums mehrere Conversions durchführt. Aus diesem Grund fallen die ausgewiesenen Zahlen oft gering aus.

Bei Terminbuchungen ist das durchaus wünschenswert. Bei Pageviews bzw. allen Micro-Conversions ist dies in Kombination mit einem CPM zwischen 20 – 40€ der Killer. In der Praxis bedeutet es, dass die Kampagne nie genügend Events für eine Conversion Optimierung generiert.

Allerdings Conversions, die als „Kaufen“ oder „In den Warenkorb“ kategorisiert sind, sind nicht dedupliziert. Verwende daher für die Micro-Conversions immer eine dieser beiden Kategorien.

Diese Informationen habe ich von einem amerikanischen LinkedIn-Programmierer erhalten, sie sind aber auch in den offiziellen Richtlinien aufgeführt.

Offiziele Guideline: Conversions im Kampagnen-Manager mit Berichten von Drittanbietern vergleichen > Conversion-Deduplikation

Michal Compel

Wer bin ich?

Hi, ich bin Michal Compel. Ich bin ein Performance Marketing Experte und Mediabuyer. Seit 2018 beschäftige ich mich mit Performance Marketing und Marketingstrategie. Meine Spezialisierung sind die Werbesysteme LinkedIn, Google und Facebook Ads.

Gleichzeitig verfüge ich über vielfältige Erfahrungen, da ich auf meinem beruflichen Weg auch Allrounder-Jobs ausgeübt habe. Mich bewegt immer die Frage: Wie kann ich die Kommunikation noch weiter verbessern?